Dropbox und BoxCryptor

In meiner Consulting-Tätigkeit predige ich immer wieder vom Backup wichtiger Daten, aber mein eigenes Backup hat sich bis jetzt nur auf rdiff-Backups von meinem QNAP-NAS beschränkt. Zudem mache ich mit dem SuperflexibleFileSynchronizer mehr oder weniger regelmässig eine Synchronisation meines Laptops (damit ich die Daten extern auch dabei habe).

Ein externes Backup meiner Daten habe ich bisher nicht gemacht. Ich habe mir nun mal Speicherplatz beim bekanntesten Onlinespeicher-Anbieter besorgt. Die 100GB kosten mich 99$/Jahr, was ich happig finde, aber bei einem Vergleich der Online-Speicher hab ich nicht wirklich viel günstigere Anbieter gefunden.

Da beim durchschauen im Web oft die Datensicherheit von DropBox kritisiert wurde, habe ich mir noch das vielfach empfohlene BoxCryptor gekauft. Da ich das Programm professionell einsetze musste ich dafür 93.- bezahlen, was ich ebenfalls für gerade noch bezahlbar halte. Für privaten Gebrauch kann man eine ganze Familie für ca. 50.- lizenzieren. BoxCryptor erstellt ein Laufwerk auf dem PC und synchronisiert dieses mit einem Ordner auf DropBox. Alle Dateien in diesem Ordner werden bei der Übertragung mit 256-AES verschlüsselt was im allgemeinen als sehr sicher gilt (natürlich vom Passwort abhängig, das man nicht zu kurz halten sollte, da sonst das FBI mit seinem SuperCompi eine BruteForce-Attacke auf das Familienalbum machen könnte :-).

Ich würde ausserdem empfehlen für Dropbox und für BoxCryptor nicht dasselbe Passwort zu verwenden, man weiss nie ob bei Dropbox nicht doch jemand arbeitet, der Interesse an den Dateninhalten hat… Damit man die verschlüsselten Daten dann trotzdem auf den mobilen Geräten nutzen kann, gibt es für die verbreitetsten Plattformen Apps. Das öffnen der Daten mit meinem iPhone klappte auf Anhieb reibungslos. Natürlich ist es nicht gerade sicher wenn man sein BoxCryptor Passwort im iPhone speichert, dies würde ich halt doch jedesmal eingeben.

Da ich nicht gerade allen teuren Speicher mit unseren Fotos füllen wollte (mittlerweile ca. 80GB) habe ich die Fotos auf JPEG in Komprimierungsstufe 85 runterkomprimiert, was etwa der hälfte an Dateigrösse entspricht. Damit kann man im Falle eines „abrauchnenden“ Computerzimmers später immer noch schöne Abzüge machen (ja ok, nicht perfekte!). Das Auslagern meiner RAW-Foto Daten werde ich weiterhin eine externe Festplatte bei meinen Eltern deponieren und diese von Zeit zu Zeit austauschen, da die Datenmenge einfach zu gross ist.

Man muss sich schon bewusst sein, dass auch heute im Zeitalter der grossen Bandbreiten (ich habe eine 60Mbit Leitung mit 6Mbit Upload) eine Synchronisierung von 50GB sehr lange dauert. Also sollte man sich eine klare Strategie zurecht legen, welche Daten man sichern will. Ich werde in Zukunft ein Archiv mit Daten erstellen, das ich mit der angesprochenen „Festplatte bei den Eltern“-Methode sichern werde und nur die neuen ständig ändernden Daten Online synchronisieren werde. Bei der Festplatte sollte man nicht vergessen, ab und zu die Datenintegrität zu testen, da auch eine Festplatte nicht unzerstörbar ist.

Dabei sei noch TrueCrypt erwähnt, mit dem man seine Daten auf der besagten externen Festplatte sicher und gratis verschlüsseln kann. Damit muss die Festplatte nicht einmal bei dem vertrauenswürdigsten Kollegen liegen, denn mit so einer Verschlüsselung und einem anständigen Passwort kann der Otto-Normalnachbar, der nicht gerade bei einer Bundesbehörde arbeitet nix anfangen.

Dies ist dann eine bezahlbare und einigermassen realisierbare Backup-Lösung für Privatpersonen, die ihre Fotos und andere Daten auch in einem Brandfall, Wasserschaden oder Blitzeinschlag wieder herstellen wollen.

 

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